Sambia 2016/2017 - Ein 14-tägiger weihnachtlicher Hilfseinsatz mit "Zahnärzte ohne Grenzen"

Der Gedanke, etwas von meinem Lebensglück und meinen Fertigkeiten als Zahnärztin an Menschen zurück zu geben, die Hilfe nötig haben, fesselte mich schon geraume Zeit. Und so entschied ich mich zusammen mit Herrn Dr. Ernst Peter Drescher aus Stuttgart, der diesen Gedanken ebenso verfolgt, für eine Hilfstätigkeit in Sambia. Sambia liegt im Südosten Afrikas und gehört zu einem der Länder, das von den Zahnärzten ohne Grenzen (dentists without limits foundation, www.dwlf.org) mit Projekten unterstützt wird.

Nach Impfungen, Erstellen der nötigen Formulare und organisatorischen Absprachen mit dem Büro der DWLF in Nürnberg, entschieden wir uns diesen ersten Hilfseinsatz nur zu zwei Zahnärzten, ohne Mitarbeiterinnen unserer Praxen, zu bewältigen.

Wir starteten am 23.12.2016 mit Spenden unserer Apotheker, einiger gespendeter und auch selbst erworbener Materialen und Instrumente, Handschuhen, Gesichtsmasken, Zahnbürsten, Zahnpasten und Kinderspielzeugen nach Lusaka, der Haupstadt von Sambia. Dort wurden wir von einem Fahrer des Repräsentanten vor Ort, Herrn Herman Striedl, abgeholt und nach Siavonga im Süden Sambias gebracht. Die Fahrt dauerte 4 Stunden, so dass wir nach etwa 27 Stunden Anreise im Resort von Herrn Striedl ankamen. Herman Striedl lebt seit 40 Jahren in Sambia und betreibt dort eine Unterkunft mit kleinen Gästehütten.

Die ersten beiden Weihnachtsfeiertage nutzten wir zur Akklimatisierung und zur Vorbereitung unserer ersten Einsätze. Ab dem 27.12. wurden wir täglich zu wechselnden Einsatzorten gefahren.

Dort fanden wir meist keine funktionierenden Dentaleinheiten und Geräte vor. Herr Striedl hatte stets einen Instrumentenschrank und Apparate in seinem Fahrzeug dabei. Oft behandelten wir auf nicht angeschlossenen Zahnarztstühlen, Liegen, Bürostühlen, einmal auch auf einem gynäkologischen Stuhl, so dass wir immer im Stehen und gekrümmt behandeln mussten. Häufig gab es weder Strom noch Wasser, geschweige denn Druckluft.

Wir zogen extrem viele Zähne, ganz selten füllten wir sie auch und etliche Zähne mussten chirurgisch entfernt werden. Wir arbeiteten unter extrem viel schlechteren Bedingungen als wir es sonst gewohnt sind und die Arbeit war körperlich sehr anstrengend. Es war viel Improvisationstalent gefragt und die Arbeit ist für chirurgisch ungeübte Kollegen nicht geeignet.

Doch es gab viele beglückende und Horizont erweiternde Momente, so dass wir erfüllt und mit Verbesserungsideen für kommendes Jahr bereits neue Reisepläne mit Mitarbeiterinnen unserer Praxis schmieden.


Ehrenurkunde